Wohnungs-Einbrüche: Kaum ein Täter landet im Gefängnis

Serien-Einbrecher sind von höheren Strafen nicht zu beeindrucken. Es ist die bundesweit erste Erhebung, die sich mit dem Phänomen reisender Wohnungs-Einbrecher aus dem Ausland beschäftigt.

Einbruchs-Prävention

Gina Rosa Wollinger vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen sagte dem NDR zum Verhalten von Wohnungs-Einbrechern: „Die Strafhöhe macht gar nicht so viel aus, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass man wirklich entdeckt wird.“

Zu den ersten Ergebnissen der Studie gehört, dass Einbrecher arbeitsteilig vorgehen, sich in Banden organisieren und wenig Angst vor Entdeckung durch die Polizei hätten, sagte Studienleiterin Wollinger.

Fast alle gehen straffrei aus

Die Gefahr, gefasst zu werden, sei für Wohnungseinbrecher aber generell niedrig. „In unserer bisherigen Studie haben wir gesehen, dass wirklich nur 2,6 Prozent der Einbrüche mit einer Verurteilung enden“, sagte die Soziologin.

Zahl der Straftaten wächst rapide

Im vergangenen Jahr wurden bundesweit mehr als 167.000 Einbrüche und Einbruchsversuche registriert, fast zehn Prozent mehr als im Jahr 2014. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt in den späten 90er-Jahren.

Wie der NDR in der Dokumentation „Einbrecherbanden auf Deutschlandtour – Warum sie es so einfach haben“ kürzlich unter Berufung auf das Bundeskriminalamt berichtete, hat sich der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen beim Wohnungseinbruchsdiebstahl in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. 2015 waren 40,2 Prozent aller ermittelten Täter Ausländer, nach Erkenntnissen des BKA vor allem Einbrecherbanden aus Osteuropa.

 Quelle: Focus

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