Vergewaltigungsopfer des Wiener Flüchtlings-Trios schildert Horror-Tat: „Ich dachte, ich sterbe dort“

In Wien wird drei Flüchtligen der Prozess gemacht. Sie sollen eine junge Frau brutal vergewaltigt haben. Der Fall ist aus mehreren Gründen brisant.

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Zum einen, weil es sich bei den Tatverdächtigen auch um Flüchtlinge handelt und damit die aktuelle Debatte über sexuelle Gewalt durch Flüchtlinge befeuert wird. Zum anderen, da das Opfer in einem Brief mit ergreifenden Worten die Tat und ihre Folgen schildert.

Am 22. April war die 21-jährige türkische Austauschstudentin abends in der Wiener Innenstadt unterwegs, wie österreichische Medien berichten. Am Bahnhof Praterstern suchte sie demnach eine Toilette auf. Drei Männer folgten ihr, sperrten die verschlossene Toilettentür mit einer Münze auf, schlugen und würgten die Frau und vergewaltigten sie hintereinander. Sie wurde auf dem Boden festgehalten, ihr wurden Mund und Nase zugehalten. „Sie hat geglaubt, ersticken zu müssen“, wird die Staatsanwältin zitiert.

Angeklagte geben Tat zu

Die Angeklagten, Hossein G. (18), Mohammed S. (17) und Massaim S. (16), seien geständig, heißt es in den Berichten. Demnach haben sich die drei jungen Männer vor der Tat mit einer Flasche Whisky betrunken. Vor Gericht sagten sie laut „heute.at“, sie hätten sich dann dazu entschlossen: „Heute vergewaltigen wir eine Frau.“

Die junge Frau, die in Wien Architektur studierte, schildert die Vergewaltigung in drastischen Worten.

  • „Ich habe die Sekunden gezählt, bis es vorbei ist. Ich dachte, ich sterbe dort“, heißt es in einem Brief, den ihre Anwältin vor Gericht verlas.
  • Die psychischen Folgen sind gravierend: „Manchmal gibt es Momente, in denen ich gar nicht spüre, dass ich noch lebe“, schreibt sie.
  • Die 21-Jährige erklärt, dass sie immer noch „große Wut und Hass, vor allem aber Ekel“ verspüre: „Drei Monate konnte ich nicht in den Spiegel schauen. Ich fühle mich wie Restmüll. Ich erinnere mich an die Blicke dieser Männer.“

Ihre Herkunft macht der jungen Frau, die mittlerweile in ihre Heimat zurückgekehrt ist, den Umgang mit dem Geschehnis offenbar doppelt schwer. In dem Brief schildert sie, dass sie aus ihrem Umfeld Vorwürfe bekomme, warum sie so spät überhaupt noch unterwegs gewesen sei. Ihren Eltern habe sie erst vor kurzem grob von dem Vorfall erzählt, Details aber ausgespart. „In der Türkei ist es ein Tabuthema“, schreibt sie in dem Brief.

Um den Angeklagten die Auswirkungen der Tat zu veranschaulichen, wurde der Brief in Farsi übersetzt. Die Verteidiger der Männer wiesen vor Gericht daraufhin, dass es bei jeder Verurteilung auch um Resozialisierung gehe. Allerdings sagte ein Anwalt über einen der Angeklagten: „Eine Resozialisierung setzt voraus, dass es schon eine Sozialisierung gegeben hat. Das hat hier nicht stattgefunden.“ Den Angeklagten drohen den Berichten zufolge eine Jugendstrafe von bis zu 7,5 Jahre Haft. Die Verhandlung soll am 31. Januar fortgesetzt werden.

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