Sie verdienten Millionen mit Immobilien – Interne Polizeiakte zeigt: So setzten sich die kriminellen Ausländer-Clans in Duisburg fest

Eine Polizeiakte, die der „Rheinischen Post“ vorliegt, bietet einen Einblick darin, wie sich seit den 1990er Jahren kriminelle Clans in der NRW-Stadt Duisburg ansiedelten. Demnach kauften die Clans Mitte der 90er Jahre, als nach der Schließung einiger Krupp-Werke die Arbeitslosenquote stieg und es viel Wohnungsleerstand gab, zum Spottpreis Immobilien in Duisburg.

marxloh

Woher die Clanmitglieder, die damals „in sehr ärmlichen Verhältnissen lebten und nicht über nennenswerte Einkünfte verfügten“, das Geld dafür hatten, ist bis heute unklar. Die Polizei habe die Finanzquellen nie gefunden. Mit den Jahren sei der Wert der gekauften Immobilien indes stark gestiegen: Heute seien sie „mehrere Millionen Euro“ wert, so die „Rheinische Post“. Und weiter: „Mit dem finanziellen Potenzial bauten die Clans ihre Strukturen aus und gewannen an Einfluss im Milieu.“

Laut dem Polizeibericht handele es sich bei den Clanmitgliedern in Duisburg vorwiegend um „Mardin-Kurden“, die zwischen 1974 und 1990 ins Ruhrgebiet gekommen seien. Ihre Asylanträge seien in der Regel abgelehnt worden. Aber, so heiße es in dem Polizeibericht, die Abschiebungen seien an für ungültig erklärten Reisepässen gescheitert.

„Ehrverletzungen müssen mit einem Angriff auf den Ehrverletzenden geahndet werden“

Besonders im Problemstadtteil Marxloh sollen die Clans ein „Machtvakuum“ gefüllt haben, das durch die Schwächung des Rockerclubs „Hells Angels“ dort entstanden sei. Die Polizei notierte laut „Rheinischer Post“ auch, was die Clans für die Polizei besonders gefährlich gemacht: Erstens die aggressive Reaktion des Clans auf „Ehrverletzungen“ einzelner Familienmitglieder („werden als Beleidigungen der ganzen Familie betrachtet und müssen mit einem Angriff auf den Ehrverletzenden geahndet werden“).

Zweitens: das Auftreten gegenüber der Polizei. So habe ein Clanboss, der mittlerweile im Gefängnis sitze, „mindestens drei Clanmitglieder“ auf einen Verkehrspolizisten angesetzt, die dessen Dienststelle „observierten“. Der Anlass: Der Verkehrspolizist hatte es gewagt, „verkehrsrechtliche Maßnahmen“ gegen den Clanboss zu ergreifen. Was genau geschah, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Die Polizei hat aber offenbar bemerkt, dass die Aggressivität der Clanmitglieder sich nach zwei Faktoren richtet: Davon, wie viele Clanmitglieder gerade zusammen unterwegs sind und davon, wie viele Polizisten ihnen gegenüberstehen. Das heißt, eine Polizeistreife wird eher brutal attackiert als eine Hundertschaft der Bundespolizei. Derzeit unterstütze eine solche Hundertschaft die Duisburger Polizei im Stadtteil Marxloh, berichtet die „Rheinische Post“. Über deren schrittweisen Abzug werde aber intern schon diskutiert.

 Für die Streifenpolizisten wäre das keine gute Nachricht: Sobald die Hundertschaft abrücke, nähmen die Übergriffe auf die übrigen Polizeibeamten sofort wieder zu, heißt es in dem Bericht.
 Quelle: Focus

Kommentar verfassen