Ron Paul: Warum sind die USA in den Konflikt in der Ukraine involviert?

(Reuters/Shannon Stapleton)

Die Antwort der Vereinigten Staaten auf die bewaffneten Zusammenstöße in der Ukraine zwischen Kiew und pro-russischen Gruppen war ausgesprochen scheinheilig, äußerte sich der ehemalige Congressman Ron Paul in einer Kolumne.

In diesem durch das „Ron Paul Institute for Peace and Prosperty“ veröffentlichten Beitrag hinterfragt der frühere libertäre Abgeordnete die amerikanische Rolle im sich ausweitenden Konflikt in der Ukraine und kritisiert die Vorwürfe der USA, die die Verantwortung für die kürzlichen Gewaltausbrüche eher den Sympathisanten Russlands zuschiebt, als dem ukrainischen Militär.

Die Kolumne erschien nur wenige Tage, nach dem das ukrainische Militär in Mariupol mehr als 20 Menschen getötet hat, nach Aussagen des ukrainischen Innenministers hatten pro-russische Militante versucht, das Polizeigebäude einzunehmen.
Anwohner dagegen gaben an, die lokale Polizei hatte Befehle aus Kiev verweigert und dies habe eine militärische Antwort provoziert, die den Beamten zu Hilfe geeilte  Außenstehende mit in den Tod riß.
Nach einer Stellungnahme des US State Department sei die Schuld den pro-russischen Separatisten zuzuweisen.

Ron Paul schreibt dagegen, die amerikanische Regierung solle keine Gewalt der ukrainischen Regierung gegen das eigene Volk unterstützen, besonders wenn es sich um unbewaffnete Menschen handle.
Nach Ron Paul steht die Position der US-Regierung ganz im Gegensatz zu den Stellungnahmen zum Sturz der alten Regierung in Kiev unter Präsident Viktor Janukowitsch. Während dieser Zeit habe die US-Regierung Kievs gedrängt, nicht mit Gewalt zu reagieren wenn Protestierende die Regierungsgebäude stürmten. „Doch jetzt, da die früheren Protestierer  die Machtpostion erlangt haben, nimmt die USA einen völlig anderen Standpunkt gegenüber den Protesten ein“, so Ron Paul.

„Die USA sehen dies als einen durch Russland geförderten Destabilisierungsversuch, aber ist es so schwer zu verstehen, daß die Menschen in der Ukraine die Einmischung in den Regimewechsel durch EU und USA einfach satt haben?“ fragt er. „Wären wir bereit eine ungewählte Regierung in Washington zu akzeptieren, die durch China oder den Iran plaziert wurde?“

Paul kritisiert die USA auch für die Androhung zusätzlicher Sanktionen, sollten die Unabhängigkeitsbestrebungen im Osten der Ukraine weiter voran gehen. Obwohl Russlands Präsident Wladimir Putin zu einer Verschiebung des Referendums aufgerufen hatte, wurde es doch durchgeführt – für Ron Paul ein Beweis, das Russland keine Kontrolle über die Kiev-Gegner hat. Letztlich stellt Ron Paul die Einmischung der USA in der Ukraine grundstzlich in Frage.

„Wir sind am Boden“, schreibt er. „Wir können nicht einmal unsere eigene Wirtschaft in den Griff kriegen. Jetzt wollen wir auch noch die Ukraine regieren? Ist es wirklich ein Thema der nationalen Sicherheit, das die Gefahr eines Atomkrieges mit Rußland rechtfertigt, ob die Ukraine sich für regionale Autonomie entscheidet oder für die Zentralregierung?“

Quelle: rt, frei übersetzt

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