Muss erst ein Polizist sterben?

2002_dresden_steine Gewalt Linke

In Leipzig begeht ein extremistischer Mob eine Serie schwerster Gewalttaten. Die Geburtsstadt der friedlichen Revolution gilt inzwischen als Mekka der Linksradikalen

Der Angriff dauert nur eine Minute. Doch in dieser einen Minute regiert der Terror, mitten in Leipzig. Es ist Anfang Januar, gegen 20 Uhr, dunkel, als etwa 50 Vermummte vor dem Polizeiposten im Stadtteil Connewitz auftauchen und zuschlagen. Ein Hagel von Pflastersteinen, Feuerwerkskörpern und Farbbeuteln hämmert gegen die Frontscheiben, mehr als 60 Geschosse schlagen in der Fassade ein.

Die Beamten sitzen in der Falle

Während einige Attentäter versuchen, die Eingangstüre aufzuhebeln, geht der Funkwagen im Hinterhof in Flammen auf. Die beiden Beamten, die zu diesem Zeitpunkt Dienst haben, sind in der Falle. Von Todesangt wird später die Rede sein.

Doch so plötzlich der Angriff begonnen hat, so plötzlich endet er auch. Als Minuten später die Verstärkung anrückt und sich an Krähenfüßen die Reifen plattfährt, sind die Angreifer verschwunden. Zurück bleibt eine zerstörte Dienststelle. Zurück bleiben Beamte, die bis heute unter psychischen Problemen leiden. Zurück bleibt die Frage, wie so etwas passieren kann.

Aufstand gegen Behörden und Polizei

Fast unbemerkt von der bundesweiten Öffentlichkeit kündigen aggressive Linksautonome den Aufstand gegen Behörden, Polizei und Parteien in Leipzig an. Laut internen Zahlen des Landeskriminalamts (LKA) Sachsen, die dem FOCUS vorliegen, kam es zwischen Januar und Anfang Juni allein in der Stadt zu 221 linksmotivierten Straftaten, darunter 91 Gewaltdelikte. Damit hat linke Kriminalität rechte überholt.

„Bulle dein Duldungsstatus ist aufgehoben“

Noch in der Nacht des Angriffs bekennt sich die Szene im Netz zu dem Anschlag: „Bulle dein Duldungsstatus ist aufgehoben.“ Kurz zuvor erschien ein „Aufruf zur Gewalt“ samt einer Liste mit knapp 50 Angriffszielen. Unter den Hassobjekten finden sich Staatsgebäude und Bankfilialen, Immobilienfirmen und Parteibüros, sogar die Privatadressen von AfD-Mitgliedern tauchen auf.

Der Mann, der die Angriffe zu verhindern hat, heißt Bernd Merbitz. Er ist Leipzigs Polizeipräsident, ein Mann mit fester Stimme – und er ist sauer. „Der Staat darf vor dieser Gewalt nicht einknicken“, wettert der 59-Jährige. „Mit mir sind rechtsfreie Räume nicht zu machen!“ So entschlossen er sich gibt – seine Ansagen wirken ein wenig hilflos. Der paramilitärische Angriff Anfang des Jahres markierte nur den vorläufigen Höhepunkt einer traurigen Serie linksradikaler Zerstörungswut:

  • 15. Januar: Attacken auf Amts-, Land- und Bundesverwaltungsgericht, Läden und Wohngebäude.
  • 24. April: Angriff auf die Ausländerbehörde.
  • 5. Juni: Randale Richtung Innenstadt. Steine, Brandsätze und Nebelbomben fliegen auf Gebäude und Fahrzeuge, sogar ein Reisebus mit Rentnern wird zum Ziel.

„Wir erleben eine neue Generation von Linksautonomen, die sich von den alten Aktionsformen verabschiedet hat“, gibt selbst Juliane Nagel zu, die für die Linke im sächsischen Landtag sitzt.

 Quelle: Focus

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