Köln: Mehdi T. erschießt Schwangere auf offener Straße … und hofft auf mildes Urteil!

Es war eine regelrechte Hinrichtung, die zwei Menschenleben forderte. Tina G. (36) war im fünften Monat schwanger, als ihr Ehemann am Schulzentrum Weiden mehrere Schüsse auf sie abgab. Ab dem 12. Juni muss sich Mehdi T. (55) wegen Mordes vorm Landgericht verantworten.

In der Anklageschrift dokumentiert die Kölner Staatsanwaltschaft die letzten Stunden im Leben von Tina G. Demnach besuchte die gelernte Kosmetikerin am 23. November mit ihrem Ehemann den Weihnachtsmarkt am Heumarkt. Hier kam es zum Streit, weil die Schwangere einen Glühwein trinken wollte.

Die Stimmung war aufgeheizt, als sich das Paar auf den Heimweg nach Weiden machte. Um sich zu beruhigen, soll Tina G. noch einen Spaziergang gemacht haben. Am Schulzentrum rauchte sie eine Zigarette. Das bekam ihr Mann mit, wieder soll er Tina große Vorwürfe gemacht haben. Die Kippe war offenbar der Auslöser für das unfassbare Verbrechen, das folgte.

In den Kopf geschossen

Völlig aufgewühlt soll Tina G. noch geäußert haben, die Trennung zu wollen. So soll es der Killer später ausgesagt haben. „Dann bringe ich mich um“, soll Mehdi T. gedroht und eine Waffe gezogen haben. Da habe seine Ehefrau nur abgewunken, sinngemäß geantwortet: „Dann mach’ doch!“ Doch der Ehemann richtete die Pistole nicht gegen sich selbst, sondern gegen seine schwangere Frau. Erst schoss er der 36-Jährigen in die Brust. Tina G. sackte zu Boden, da schoss der Killer ihr noch in den Kopf.

„Aus nächster Nähe“, heißt es in der Anklageschrift. Die Aussage des Angeklagten, am Tatort zunächst seinen eigenen Tod angekündigt zu haben, könnte auf eine Strategie der Verteidigung zurückgehen. Hätte Tina G. die Mordwaffe gesehen, wäre sie juristisch gesehen möglicherweise nicht mehr arg- und wehrlos gewesen, sondern hätte mit einem Angriff rechnen können.

Mutmaßlicher Täter versucht sich das Leben zu nehmen

Dann könnte das Mordmerkmal wegfallen, ein Urteil von Mord auf Totschlag  abgemildert werden. Die Strafe fiele dann weitaus milder aus. Nach dem Verbrechen soll Mehdi T. tatsächlich versucht haben, sich durch eine Aufschneiden der Pulsadern das Leben zu nehmen. Er wurde in eine Klinik gebracht, von da ging es ab in U-Haft.

Es liegt nun am Richter, ob er der Version des Angeklagten glaubt. Denn unmittelbare Zeugen der Tat in Weiden gibt es nicht. Das Paar war erst seit Juni vergangenen Jahres verheiratet. Mehdi T. soll rasend eifersüchtig gewesen sein, ständig kam es zum Streit. Im April 2017 sollte das gemeinsame Kind auf die Welt kommen.

Quelle: Focus

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