Geld waschen und abkassieren: So nutzen Arabische Mafia-Clans die Flüchtlingskrise aus

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Arabische Mafia-Clans haben das perfekte Geschäftsmodell entdeckt: Sie kaufen Wohnungen und vermieten an Flüchtlinge. So waschen sie ihr schmutziges Geld, kassieren ordentlich ab – und der Staat zahlt

Küchenmöbel vom Sperrmüll stehen im Flur, drei Kinderbetten füllen einen Raum, ein Doppelbett den anderen. Die Zimmer sind nur durch einen Vorhang voneinander getrennt. Die vergilbte Tapete schält sich von der feuchten Wand, Steckdosen hängen lose herab. Was für eine Bruchbude.

Auf diesen heruntergekommenen rund 20 Quadratmetern in Berlin-Neukölln lebt eine syrische Flüchtlingsfamilie, drei Kinder mit ihren Eltern. Für die Unterbringung zahlt der Staat 25 Euro pro Person und Nacht. Macht insgesamt rund 3700 Euro im Monat. Was für eine Goldgrube.

Das Geschäft mit der Flucht
Das Geld kassiert ein Spross der Familie R. Der arabische Clan ist nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden tief in Drogengeschäfte, Prostitution, Menschenhandel, spektakuläre Raubüberfälle sowie Einbrüche verwickelt. Jetzt hat die Familie ein neues Betätigungsfeld entdeckt: das Geschäft mit der Flucht.

Sie sind nicht die Einzigen. Nach FOCUS-Recherchen bauen arabische Clans in Städten wie Berlin, Dortmund, Essen oder BremenWohnungenzu Flüchtlingsunterkünften um. Das Business ist lukrativ, pro Flüchtling und Nacht zahlt die Kommune bis zu 50 Euro, die Einnahmen fließen verlässlich und – sie sind vollkommen legal.

Einträglicher als Drogenhandel
Das Landeskriminalamt Berlin bestätigt Verdachtsfälle, „bei denen Erlöse aus Straftaten, auch aus dem Bereich organisierte Kriminalität, durch die Betreffenden selbst oder Dritte in Immobilien investiert wurden“.

Mit anderen Worten: Die Mafia wäscht schmutziges Geld sauber, kassiert dann bei der Vermietung kräftig ab – und der Steuerzahler blecht. „Das Geschäft mit den Flüchtlingen“, sagt Heinz Buschkowsky, Ex-Bezirksbürgermeister von Neukölln, „ist inzwischen wohl einträglicher als der Handel mitDrogen.“

„Verbrecher verdienen sich goldene Nase“
In Berlinhaben Kriminelle rund um die Flüchtlinge in den vergangenen Monaten eine perfekte Verwertungskette aufgebaut. Clan-Mitglieder sollen bei den Sicherheitsdiensten der Flüchtlingseinrichtungen arbeiten, sie dienen sich als Übersetzer an – und vermieten dann die zuvor gekauften Häuser und Wohnungen an Flüchtlinge.

Tom Schreiber, Innenexperteder SPDim Berliner Abgeordnetenhaus, sieht darin die Bankrotterklärung des Rechtsstaats: „Die Verbrecher verdienen sich eine goldene Nase. Der Staat fördert mit Steuergeldern die organisierte Kriminalität.“ Es könne nicht sein, dass die öffentliche Hand dabei hilft, illegale Einkünfte zu legalisieren. Die Krise, so Schreiber, dürfe nicht den Verbrechern in die Hände spielen.

Kriminelle Großfamilien
Sein Zorn richtet sich gegen Menschen wie Karim R. Der Libanese ist einer der Pioniere, die das Neugeschäft der Gangster vorantreiben.

Der langjährige Hartz- IV-Empfänger gehört zum verzweigten Netzwerk der Familie R. So musste er sich bereits wegen eines brutalen Anschlags auf ein verfeindetes Clan-Mitglied vor Gericht verantworten. Der Widersacher war mit zwei Schüssen niedergestreckt worden. Zurzeit ist gegen ihn ein Verfahren wegen Diebstahls anhängig.

Investor aus Beirut
Karim R. verwaltet mehrere Wohnungen, unter anderem über seine Firma, die Home4All GmbH. Die Behausung der syrischen Familie gehört ebenso dazu wie ein unscheinbares Mehrfamilienhaus in Neukölln. Nach FOCUS-Informationen sollen dort 20 Flüchtlinge untergebracht werden.

Dieses Haus in der Rudower Straße 1 gehört formell einem Investor aus Beirut, Karim R. ist „Generalbevollmächtigter“ und kann als solcher schalten und walten, wie es ihm beliebt. Die entsprechenden Grundbucheinträge liegen der Redaktion vor.

„Ich helfe Menschen“
Karim R. bestätigt im Gespräch mit dem FOCUS, dass er Wohnungen an Flüchtlinge vermietet. Wie viel er dafür kassiert, will er nicht sagen – „das geht Sie nichts an, Sie gehören nicht zur Familie“. Die Summe läge aber nicht am oberen Limit. Ohnehin versteht sich der 32-Jährige als Wohltäter: „Ich helfe Menschen. Und zurzeit kann man mit dieser Art und Weise besser verdienen.“

Sie nutzen das Chaos
Mit Generalvollmachten, das berichtet ein erfahrener Ermittler, verschleiern die Mitglieder der organisierten Kriminalität ihre Geldquellen. Der Bevollmächtigte darf alles: verkaufen, vermieten, beleihen – ja sogar verschenken kann er die Immobilie. Er kann die Einnahmen nach Belieben verwenden, wenn es sein muss, auch zum Autokauf. Der „offizielle“ Eigentümer ist ein Strohmann, Lebt in Beirut und hat nichts von seinem Besitz.

Auf diese Weise juristisch getarnt, nutzen die Ganoven das Flüchtlingschaos und offerieren die dringend benötigten Unterkünfte. Die staatlichen Krisenmanager wiederum sind schlichtweg überfordert. Deutschlandweit fehlen 400 000 Wohnungen. Die Flüchtlingszahlen steigen weiter – und jetzt kommt auch noch der Winter. Da bleibt kaum Zeit für eine sorgfältige Vermieteranalyse.

Mangelnde Vermieterüberprüfung
Für die Unterbringung ist in Berlin das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) verantwortlich. Die Behörde hat die Aufgabe teilweise an das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) ausgelagert. Weil auch dort Personal knapp ist, werden die Wohnungen „primär anhand der Unterlagen geprüft“, gibt eine Sprecherin des EJF zu.

Inspektion vor Ort? Fehlanzeige. Die Angaben des Vermieters werden selten gegengeprüft. Allein die Dolmetscher begleiten Vermieter und Flüchtlinge beim ersten Treffen. Sie sollen Missstände melden.

Das Problem: „Die Liste der Dolmetscher liest sich wie das Who’s who der organisierten Kriminalität“, sagt ein Insider. „Wenn eine Wohnung gnadenlos überbelegt ist, bekommt das niemand mit.“

Idealbedingungen für Clans
Ungestört können die Gangster so ihren Geschäften nachgehen – Idealbedingungen für die Clans.

In Berlin beherrschen zwölf solcher Großfamilien die Unterwelt. Laut einem internen Bericht des Berliner Landeskriminalamts machen arabischstämmige Personen in Berlin gerade mal 2,34 Prozent der Bevölkerung aus. Bei den Straftaten im Bereich der organisierten Kriminalität entfielen jedoch fast 40 Prozent auf Mitglieder von Clans. Allein in einer Familie tauchen 70 Mitglieder mehrmals in den Strafakten auf. Durchschnittlich hat jeder von ihnen zehn Straftaten begangen.

Vor Gericht plötzliche Amnesie
Und die Zahl der tatsächlich begangenen Straftaten liegt, da sind sich die Ermittler sicher, um einiges höher. „Die Clans sind vollkommen abgeschottet“, sagt ein Fahnder, „da kommen wir nicht rein.“ Weder die Opfer noch die Täter sprechen mit der Justiz. Streitigkeiten klären sie mit Friedensrichtern untereinander. Zeugen bekommen entweder viel Geld – oder die ein oder andere Unannehmlichkeit in Aussicht gestellt. Beides bringt sie zum Schweigen. „Vor Gericht“, sagt ein Staatsanwalt, „leiden dann alle unter Amnesie.“

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1 Comment

  1. Oktay

    9. Januar 2018 at 15:44

    Die auf dem Bild sind Kurden aus Schweiz/Basel war da auch dabei hat
    Mit diese Nachricht Arabische Clans geldwäscherei gar nichts zutun.Fake Bild

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