Friedrich gegen Privilegien für Ökobauern

Landwirtschaftsminister Friedrich mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit bei einem Glas Südtiroler Grauburgunder Foto: rg

BERLIN. Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat einer dauerhaften Förderung von Öko-Landwirtschaft oder einer Verringerung der Produktionsmengen er eine Absage erteilt. Er sagte am Donnerstag anläßlich der Eröffnung der Grünen Woche: „Es ist eine ethisch und moralische Verpflichtung, daß wir als Agrarland den Boden, den wir haben, nutzen, um Nahrungsmittel zu produzieren.“

Wegen des weltweiten Bevölkerungswachstums müsse die Nahrungsmittelproduktion weiter gesteigert werden. Zu Forderungen nach mehr Geld für den Öko-Landbauern sagte er: „Wir können nicht bestimmte Bereiche zur Subventionsnische erklären. Alles muß sich mittelfristig am Markt durchsetzen können.“

„Alles muß sich mittelfristig am Markt durchsetzen können.“

Am Freitagmorgen hat Friedrich zusammen mit dem Regierenden Bürgermeister Berlin Klaus Wowereit die Grüne Woche eröffnet. Die weltgrößte Landwirtschaftsmesse hat in diesem Jahr 1.650 Aussteller und rechnet mit 400.000 Besuchern.

Der Minister zeigte sich optimistisch, was die Zukunft der deutschen Landwirtschaft angeht. Zum einen wachse das Qualitätsbewußtsein der Konsumenten. „57 Prozent der Bevölkerung legen großen Wert auf die Herkunft der Produkte“, betonte er auf einer Pressekonferenz. Zudem anderen sorge die steigende Nachfrage aus China für gute Geschäfte. Insgesamt sei die Situation der 288.000 landwirtschaftlichen Betriebe gut. Sie seien sehr leistungsfähig.

Die Eröffnungsrunde von Friedrich und dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit wurde gleich zu Beginn von zwei Tierrechts-Aktivisten gestört, die gegen Massentierhaltung demonstrierten. Am Sonnabend findet in Berlin eine große Demonstration von Gegnern der konventionellen Landwirtschaft unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt“ statt. (rg)

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