Fall Maria: Kannte sie ihren Mörder? Freiburger Studentin war Flüchtlingshelferin

Ein 17-jähriger afghanischer Asylbewerber soll die Freiburger Studentin Maria Ladenburger ermordet haben. Brisant: Das Opfer war aktive Flüchtlingshelferin und Tochter eines hohen EU-Beamten. Es steht die Frage im Raum, ob sie ein Zufallsopfer war oder die Tat geplant.

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Der Fall besitzt Brisanz: Maria L. war die Tochter eines hohen EU-Beamten berichtete die FAZ. Die Belohnung war „durch Privatpersonen auf 35.000 Euro erhöht“ worden, nachdem Ende November immer noch kein Täter gefunden worden war. Die vorhandene DNA des Täters durfte nicht genutzt werden um Angaben über seine Herkunft, Haut- und Augenfarbe zu machen, wie es bereits in Frankreich und Holland möglich ist. Da sich Maria L. in der Flüchtlingshilfe engagierte, steht bis jetzt die Frage im Raum: Kannten sich Opfer und Täter?

In einer Traueranzeige, welche die Familie der Ermordeten in der FAZ veröffentliche, baten die Angehörigen statt der üblichen Blumen um Spenden für den Freiburger Verein Weitblick e.V., der Hilfsprojekte in Freiburger Asylheimen durchführt. Und um „Spenden für die Bildungsarbeit der Kirche in Bangladesh“.

Auch die AfD erwähnte in ihrer Pressemitteilung, dass Marias Vater ein Vertreter des Zentralkomittees der Katholiken und Mitglied des juristischen Dienstes der Europäischen Kommission ist. Im Februar 2016 habe er bei einer Tagung in Doorn gesagt: „Wir sind uns einig, dass Europa nur durch gemeinsame Lösungen seiner humanitären Verantwortung gegenüber diesen Menschen gerecht werden kann und dass wir uns populistischen Forderungen nach Abschottung entgegenstellen müssen.“

Der britische „Express“ berichtete über den Mord und den Familienhintergrund der jungen Frau. Von den über 400 Leserkommentaren des „Express“, die zum Großteil der EU-Politik die Schuld an der Migranten-Kriminalität geben, lautete einer: „Wie schrecklich muss sich das anfühlen. Mitverantwortlich sein für den Tod des eigenen Kindes.

Der investigative Youtube-Journalist Oliver Janich sagt: „Nach meinen Informationen war sogar der Martin Schulz auf der Beerdigung“. Also jener EU-Politiker der gesagt hat, „was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold.“

Der Tatverdächtige aus Afghanistan sitzt nun in Untersuchungshaft und schweigt zu den Tatvorwürfen. Mehrere Fragen sind offen:

Frage 1: Kannten sich Opfer und Täter?

Das sollen weitere Ermittlungen zeigen. Es ist möglich, dass der Täter am Radweg an der Dreisam gezielt Maria L. auflauerte. Sie könnte aber auch ein Zufallsopfer gewesen sein. Sollten sich Täter und Opfer gekannt haben, gilt dies jedoch als unwahrscheinlich.

Der Tathergang wurde von einer Polizeisprecherin als „überfallartig“ beschrieben. Befragt werde das Umfeld des Mannes, sagte Chefermittler David Müller laut „Stern“. Seine Wohnung sei durchsucht worden, die dort gefundenen Hinweise würden ausgewertet.

Frage 2: War die Tat geplant?

Das ist bislang unklar. Auch hier könnte die Antwort in Frage 1 liegen.

Frage 3: Wem gehört das herrenlose Fahrrad?

Ein tatortnah aufgefundenes Fahrrad, das offenbar vom Täter benutzt wurde, wirft Fragen auf. Trotz mehr als 400 Hinweisen aus der Bevölkerung ist der Eigentümer des Fahrrades bislang nicht geklärt.

Frage 4: Wie starb Maria L.?

Die Obduktion ergab, dass die junge Frau ertrank. Unklar aber ist, ob sie bewusstlos in dem Fluss mit niedrigem Wasserstand lag und deshalb ertrank, oder ob der Täter sie unter Wasser drückte und ertränkte.

Frage 5: Gibt es Zusammenhang mit anderen Fällen – Stichwort: Ermordete Joggerin?

Ob der Täter für weitere Gewaltdelikte verantwortlich ist, wird derzeit geprüft. Bislang konnten die Ermittler keine Verbindung zum Mord an der Joggerin Carolin G. Erkennen. Sie war Anfang November am helllichten Tag in Endingen auf einem Weg in den Weinbergen ebenfalls vergewaltigt und ermordet worden. Die Tatabläufe sollen sehr unterschiedlich gewesen sein und zu diesem Fall gibt es derzeit momentan kein verwertbares DNA-Material, schreibt die „FAZ“. Vor allem in den sozialen Netzwerken der Region kursieren Gerüchte, dass es sich um einen Serientäter handeln könnte. Belege gibt es dafür bisher nicht.

In Freiburg und Umgebung seien die vor allem Frauen enorm verunsichert, liest man auch in den Kommentarspalten großer Medien.

FAZ schreibt: Kriminalität trotz Flüchtlingskrise gesunken

Freiburgs Oberbürgermeisters Dieter Salomon (Grüne) mahnte, „die Herkunft des Täters nicht für Pauschalurteile heranzuziehen, sondern den Einzelfall zu betrachten“. Die „FAZ“ schrieb unter diese Meldung: „Tatsächlich ist die Zahl der Morde und Vergewaltigungen im Jahr 2015, in dem fast eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kam, im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Mord und Totschlag nahmen um 2,9 Prozent, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung um 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab.“

Leser kritisieren Merkel und schweigende Medien

Die mediale Rezeption des Falles ist gespalten. In britischen Boulevardmedien wie „Daily Mail“ (über 700 Kommentare) und “Express“ überwiegt Entsetzen der Leser und Kritik an der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel. („Wenn diese Leute nicht nach Europa gelassen worden wäre, wäre dieses Mädchen noch am Leben … Europa wach um Himmelswillen auf!“, kommentierte ein „Mail“-Leser). Die Story sei nicht von der BBC gebracht worden, wurde ebenfalls kritisiert.

Auch in der Kommentarfunktion des „Focus“ besprachen Leser die Reaktionen, bzw. (Nicht)-Reaktionen der Medien.

Heute sind entscheidende Wahlen in Österreich, die weit über unsere Grenzen beachtet werden. Wenn auch hierzulande [Österreich] nur sehr verdeckt und verhalten über den Täter berichtet wird, könnte man das ja noch verstehen. Es soll an diesem Wahlsonntag ja nicht die „falsche Seite“ befeuert werden. Unsere KRONE z.B , vergleichbar der deutschen BILD, die sich im Normalfall so einen „Fall“ nicht entgehen lassen würde, schweigt auffallend“, schreibt eine Focus-Leserin. Dass die ARD „den ganzen lieben Samstag lang“ nicht darüber berichtet habe, „verblüfft das geneigte Ausland doch einigermaßen. Das erinnert fatal an die ersten Januartage dieses Jahres über die Vorkommnisse in Köln, wo die Behördenleiter Anweisung bekamen, nichts an die Presse weiterzuleiten. Aber vielleicht verstehen EU-Verantwortliche diese Desinformation als europäische ‚Beistandpflicht‘.“

Ein anderer „Focus“-Leser ergänzte: Samstagabend sei um 19.45 Uhr die Pressekonferenz der Polizei in den SWR Landesnachrichten an erster Stelle gebracht worden. „Kurz bevor die Herren Platz nehmen sieht man einen leitenden Polizeibeamten in Uniform lachen … Tagesschau: Kein Ton über den Fall. Startseite Videotext ARD. Nichts zu sehen.“

Quelle: ET

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