Erdogan droht mit Grenzöffnung für Flüchtlinge

Nach der Drohung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit einer Grenzöffnung für Flüchtlinge hat die Bundesregierung vor einer weiteren Eskalation des Streits mit der EU gewarnt.

Erdogan droht mit Grenzöffnung für Flüchtlinge

Erdogan droht mit Grenzöffnung für Flüchtlinge

„Drohungen auf beiden Seiten helfen da jetzt nicht weiter“, sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin. Wo es Schwierigkeiten gebe, müsse miteinander geredet werden, um diese auszuräumen.

Demmer betonte, die Bundesregierung betrachte die Vereinbarungen zwischen der EU und der Türkei zum Umgang mit Flüchtlingen als „gemeinsamen Erfolg“. „Die Fortsetzung liegt im Interesse aller Beteiligten“, fügte sie hinzu.

Das Verhältnis zwischen der EU und der Türkei hatte sich zuletzt erheblich verschlechtert. Am Donnerstag forderte das Europaparlament ein „vorläufiges Einfrieren“ der Beitrittsgespräche mit dem Land und begründete dies mit den „unverhältnismäßigen Repressionen“ gegen Regierungsgegner seit dem Putschversuch im Sommer.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wiederum reagierte am Freitag darauf mit der Drohung, die Grenzen für Flüchtlinge Richtung Europa zu öffnen. „Hören Sie mir zu. Wenn Sie noch weiter gehen, werden die Grenzen geöffnet, merken Sie sich das“, sagte Erdogan am Freitag in einer Rede in Istanbul an die Adresse der EU.

Brüssel und Ankara hatten im März ein Abkommen geschlossen, um die Flüchtlingsbewegung Richtung Europa einzudämmen. Nach der Vereinbarung machten sich deutlich weniger Menschen auf den gefährlichen Weg aus der Türkei über die Ägäis, um auf diese Weise die griechischen Inseln und damit die EU zu erreichen.

Quelle: Focus

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