Paris nach dem Terror: Sting eröffnet Bataclan mit neuem Titel „Inshallah“

Ein knappes Jahr nach dem grausamen Anschlag hat der britische Musiker Sting die Konzerthalle Bataclan in Paris mit einem Konzert wiedereröffnet: Im Publikum waren Angehörige der Opfer.

Paris nach dem Terror: Sting eröffnet Bataclan mit neuen Titel "Inshallah"

Paris nach dem Terror: Sting eröffnet Bataclan mit neuen Titel „Inshallah“

Ein Jahr nach der Pariser Terrornacht hat der Konzertsaal «Bataclan» mit einem Sting-Konzert den Neuanfang gewagt. Zum Beginn seines Auftritts am Samstagabend bat der britische Musiker die Zuschauer um eine Schweigeminute für die Opfer. «Wir werden sie nicht vergessen», sagte er auf Französisch. Der Saal mit rund 1500 Plätzen war ausverkauft, im Publikum waren auch Angehörige von Opfern des Anschlags vom 13. November 2015.

Lied über eine Flüchtlingsfamilie

Sting hat ihnen einen seiner neuen Songs aus New York mitgebracht, in einer reduzierten Popversion. Das Lied hat einen arabischen Titel, es heißt: „Inshallah“ – auf Deutsch: „So Gott will“. In polarisierten Zeiten wie diesen auch für einen etablierten Global Player des Rock durchaus ein kleines Wagnis.

Der Toningenieur spielt den Song vom Laptop ab. Die anderen hören ihn zum ersten Mal, er erzählt die Geschichte von einer Flüchtlingsfamilie, die in einem Boot das Meer überqueren will: „sleeping child on my shoulder“, der Vater verflucht das Meer, ihm bleibt nicht viel mehr, als Gott anzuflehen. Danach: Stille. Die melancholische Ballade erinnert ein wenig an Stings Hit „Fragile“, in dem davon singt, wie zerbrechlich, wie verletzlich Menschen sind. Mit „Inshallah“ greift er Themen auf, die ihn immer wieder beschäftigt haben, der Verlust von Empathie, das Abstumpfen. Aus der reduzierten Popfassung soll hier, in Berlin, etwas Neues entstehen, etwas Vielschichtigeres, mit anderen, orientalischen Klangfarben.

Der Song ist Teil von „57th & 9th“, seinem ersten Rock-Album seit 13 Jahren, das gerade erschienen ist. Aber es geht an diesem Tag nicht um das musikalische Comeback einer Ikone, die sich in den vergangenen zehn Jahren zu esoterischen Klängen mit Orchestern und mittelalterlichen Lauten hingezogen fühlte. „Inshallah“ ist ein eher stilles Ausrufezeichen auf dem Album – und ja, auch ein Statement für Toleranz und Mitgefühl.

2 Comments

  1. max mustermann

    13. November 2016 at 12:15

    sting ist ein ekelhaftes schwein. verhöhnt die opfer.

  2. Matrixfrau

    18. November 2016 at 12:48

    „Inshallah“ – Schlimmer kann man die Opfer wohl nicht verhöhnen. Und in allen Medien wurde der Typ auch noch hochgejubelt. Widerlich. Da fehlem einem die Worte.

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