Arabische Clans: „Polizei würde Kampf mit uns nicht gewinnen“

Die Schilderungen, die ein Kripo-Beamter im Untersuchungsausschuss zur Kölner Silvesternacht gemacht hat, legen auf erschreckende Weise offen, wie stark kriminelle Clan-Strukturen in Deutschland inzwischen geworden sind.

Arabische Clans: „Polizei würde Kampf mit uns nicht gewinnen“ - Symbolbild

Arabische Clans: „Polizei würde Kampf mit uns nicht gewinnen“ – Symbolbild

Ralf Feldmann, Kriminalhauptkommissar in Gelsenkirchen, berichtete dem Ausschuss nun über ein Gespräch mit drei Vertretern der kurdisch-libanesischen Community, schreibt die „Welt“. Irgendwann sei die Atmosphäre des Gesprächs, bei dem es um Konflikte mit „renitentem Nachwuchs“ gegangen sei, immer angespannter gewesen.

Schließlich habe Feldmann zu hören bekommen: „Die Polizei würde den Kampf mit uns nicht gewinnen, weil wir zu viele sind. Das würde auch für ganz Gelsenkirchen gelten, wenn wir wollten.“ Der Wachleiter habe dies als „verkappte Drohung“ verstanden und den Vertretern der Community zu verstehen gegeben, dass die Polizei diese „Geschäfte“ stören würde.

„Wir sind zu viele“

Der Untersuchungsausschuss zur Silvesternacht arbeitet die Fehler der Polizei auf, die im Rahmen des Einsatzes bei der Silvesternacht in Köln gemacht wurden. Zudem soll er erörtern, wo und in welcher Form es in Nordrhein-Westfalen rechtsfreie Räume und so genannte No-Go-Areas gebe, die sich dem Einfluss der Sicherheitsbehörden entzögen.

Obgleich vor allem Politiker hartnäckig daran festhalten, dass es keine No-Go-Areas in NRW gebe, räumten im Verlauf der Anhörungen des Untersuchungsausschusses führende Polizeikräfte nun ein, dass sich in Deutschland größtem Bundesland inzwischen Parallelgesellschaften mit einer Paralleljustiz entwickelt hätten, die nur schwer unter Kontrolle zu bekommen seien.

Familienclans sind „zentrales Problem“

Als „zentrales Problem“ bei der Bekämpfung dieser Kriminalität bezeichneten die Polizeibeamten, dass kriminelle Familien-Clans, die Beziehungen bis nach Berlin unterhielten, sich extrem abschotteten und es kompliziert sei, sich Einblicke zu verschaffen, berichtet die „Welt“.

Zu den Problemen zähle auch das Phänomen so genannter „Tumult-Delikte“. Dutzende Personen tauchten plötzlich auf und bedrohten Polizisten, wenn Bekannte von ihnen polizeilich kontrolliert würden. „Haut ab, das ist unsere Straße“, werde den Beamten entgegen gerufen, oder Schlimmeres.

Quelle: Focus

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