FRONTEX: Hilfsorganisationen machen gemeinsame Sache mit Schlepperbanden

Die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache hat Hilfsorganisationen vorgeworfen, mit Menschenschmugglern gemeinsame Sache zu machen. Das  geht aus einem vertraulichen Bericht hervor, der der Financial Times vorliegt.

Foto: picture alliance /dpa

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Die Anschuldigungen von Frontex  bringen einen schon seit langem schwelenden Konflikt zwischen EU-Funktionären und Nicht-Regierungs-Organisationen darüber ans Tageslicht, wie die Flüchtlingskrise zu lösen sei, die allein in diesem Jahr bereits  4700 Menschen das Leben gekostet hat.

Frontex sprach letzten Monat in einem vertraulichen Bericht den eindeutigen Verdacht aus, daß den Flüchtenden „vor ihrer Abreise präzise Anweisungen gegeben wurden, welcher Richtung sie folgen müßten um die Boote der NGO’s zu erreichen“.

Die Agentur wiederholte diese Anschuldigungen in einem weiteren Bericht, der über einen gesicherten Fall sprach, bei dem die „Flüchtlinge von den kriminellen Schmugglern direkt auf dem Schiff einer NGO transportiert wurden.“

Die NGOs die in der Region operieren leugnen jede Zusammenarbeit mit Schmugglern.

An anderer Stelle ist in Berichten, die unter EU-Beamten und Diplomaten zirkulieren, die Rede davon, daß Flüchtlinge, die von NGOs gerettet wurden, „überhaupt nicht zur Zusammenarbeit mit den  Behörden bereit sind, und viele Flüchtlinge geäußert hatten, sie seien von den NGOs gewarnt worden, nicht mit Frontex oder den italienischen Vollzugsbehörden zu kooperieren.“

Die Anzahl der Rettungen, die Aufgrund eines Seenot-Signales veranlaßt wurden, fiel laut den Zahlen von Frontex von nahezu zwei Drittel aller Rettungsaktionen im vergangenen Sommer auf lediglich eine von zehn im Oktober. Dieser Rückgang deckt sich mit dem Anstieg der Rettungen, die im Zentralmittelmeer von NGOs durchgeführt wurden. Sie beliefen sich auf mehr als 40 % aller Rettungen im Oktober, im Vergleich zu nur 5 % am Jahresanfang.

 

„Kein Wunder, daß dies Anschuldigungen jetzt kommen. Wir haben eine sich verschlimmernde Situation im zentralen Mittelmeer auf der einen Seite und viele Versuche der EU, die Massenimmigration zu stoppen auf der anderen Seite. Sie wollen das jetzt stoppen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.“

Ruben Neugebauer, Sea Watch

Frontex vermutet außerdem, daß die NGOs näher an der  Grenze zu libyschen Gewässern operieren und Licht auf ihren Rettungsbooten nutzen, das, so die Agentur,  von den Migranten wie eine Richtschnur benutzt würde. […]

In diesem Jahr unternahmen mehr als 170.000 Personen den Versuch, das Mittelmeer von Libyen nach Italien zu durchqueren, etwa 15% mehr als im Vorjahr, laut der UNHCR, der Flüchtlingsagentur der Vereinten Nationen. Die Anzahl der Todesfälle stieg um ein Viertel, mit 3800 im vergangenen Jahr. […]

Frontex kritisiert zudem, daß die Hilfsorganisationen sich weigerten, die Nachforschungen nach den Schmugglern zu unterstützen, indem sie bei den Rettungsaktionen eventuell zurückgebliebene Beweise von den Schmugglerbooten  zur Verfügung  stellten. Diese lehnen das jedoch ab, da es nicht zu ihrem Aufgabenbereich gehöre.

Die europäische Kommission prüft nun, ob eine striktere Kontrolle der Nicht-Regierungs-Organisationen nötig ist, obwohl die zuständigen Beamten befürchten, daß eine Gesetzesänderung unwahrscheinlich sei. […]

Quelle: FT

 

1 Comment

  1. Sandra Becker

    13. Juni 2017 at 15:18

    Vertdammt das sind zu 200% nur Männer , und alles ………………

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